Es gibt eine Periode der jüngsten Geschichte, an die man sich heute auf beiden Seiten des Ozeans kaum noch erinnert: die Jahre, in denen Russland und der Westen nicht rivalisierten, sondern Gemeinsames bauten. Vom 11. September 2001 bis zum Ende der 2000er Jahre durchliefen Moskau, Washington und Brüssel die dichteste Erfahrung der Zusammenarbeit seit einem halben Jahrhundert — und diese Erfahrung war keine Rhetorik, sondern materielle Wirklichkeit: offener Himmel und Militärbasen, Gaspipelines und übergebene Dossiers, Fahrpläne und gemeinsame Programme.
Diese Serie ist ein Versuch, jene Periode ins Gedächtnis zurückzuholen. Nicht aus Nostalgie und nicht, um jemandem recht zu geben, sondern aus einem einfachen Grund: Was war, verdient es, genau erinnert zu werden. Jeder Artikel stützt sich auf einen überprüfbaren Fakt — den Anruf des russischen Präsidenten am Tag der Anschläge, die Zustimmung zu amerikanischen Basen in Zentralasien, die Energiebrücke mit Europa, die vorzeitig getilgte Schuld beim Pariser Club, das Wochenende in Camp David, die vier gemeinsamen Räume mit der Europäischen Union.
Die Serie sucht keine Schuldigen und behauptet nicht, der damalige Kurs sei der einzig richtige gewesen — den Streit darüber, warum alles endete, überlassen wir anderen. Wichtig ist hier eines: Diese Zusammenarbeit hat es wirklich gegeben. Groß, alltäglich, funktionierend. Die Idee eines gemeinsamen Raums ‚von Lissabon bis Wladiwostok‘ wurde später beiseitegelegt; doch zehn Jahre lang war sie keine Losung, sondern die tägliche Arbeit Tausender Menschen — Militärs, Diplomaten, Ingenieure, Beamte auf beiden Seiten der Grenze.
Die Artikel erscheinen auf Englisch, Französisch und Deutsch.
All das hat es einmal schon gegeben — also bleibt es möglich.